Februar - Die Vorpubertät des Jahres
- Anna Gelbert
- 16. Feb.
- 2 Min. Lesezeit

Foto: Stefanie Schumacher
Wahl(und)Verwandtschaften
Während sich München von teuren Sicherheitsgipfeln erholt, Anschläge verkraftet und auf den Wahlsonntag vorbereitet, wird auch an meinem Mittags-Verahandlungstisch hitzig diskutiert. Tradition? Protest? Wechsel? Wahl-o-mat? Gar nicht? Es ist, als müsse man sich zwischen mehreren schweren Krankheiten entscheiden. Wehtun wird's ohnehin. Jede Generation glaubt, die davor sei blind und die danach blöd (und weinerlich und schlecht angezogen). Naturgesetz. Und alle glauben, dass man niemandem mehr glauben sollte. Und niemand glaubt, dass sich in den kommenden zwei Jahren (bis zu den nächsten Neuwahlen) irgendetwas ändert. Das ist neu. Aus Sokrates wird Wokerates: Ich weiß, dass ich nichts weiß - so wie alle. Ist das noch Rezession oder schon Depression?
Der freie Fall der Freelancer
Beides - zumindest, was den Markt für Freiberufler angeht. Die Besten ihrer Zunft in meinem Umfeld haben seit Monaten nichts zu tun und hangeln sich von Absage ("wir machen das jetzt intern") zu Ausrede ("die Budgets, Du weißt ja") zu Firmen-Ghosting. Sie verkaufen Autos, Wohnungen und Schmuck. Sie schulen um und jobben. Früher war die Exit-Strategie mit dem Weingut in Italien gar nicht so abwegig. Jetzt geht' ums nackte Überleben. Das alte Normal geht nicht mehr ans Telefon. Unsere Medienbranche stellt sich tot und gleichzeitig komplett neu auf. Wer diese Welle überleben will, muss surfen lernen. Vielleicht wird alles besser. Aber erstmal wird's stürmisch. Aus Boomern werden Streuner.
Boomer-Brillen: WTF
Warum tragen eigentlich alle Ü-50-Menschen plötzlich diese überdimensionierten Horn-Seh-Stützen? Ob Promi oder Mustermann - wer keinen Baukran auf der Nase hat, ist unsichtbar? Bitte erklär mir das jemand! Ist es der trotzige Gedanke der Dioptrien-Dinos mit hellen Displays: Dezent macht alt, dann lieber laut und mit Knallfarben? Ich check's nicht. Ich stolpere lieber wie Marilyn durchs Leben und verwechsle Shampoo mit Spülung, als mir so ein Teil ins Gesicht zu pinnen - Sonnenbrillen sind die große, große Ausnahme. Und damit fahre ich bisher ganz gut. Außer im Auto, da trage auch ich Brille...Ihr merkt schon, das hier wird ein Boomer-BLOG:

VorSORGE platzen
Eben hatte ich eine Darmspiegelung. Am Valentinstag. Jaja. Ich hab schon alle Witze mit Schläuchen und unten und hinten gehört oder selbst gerissen. Ich mach's kurz: Es war nichts. Aber was, wenn? Diese Frage wird von Jahr zu Jahr lauter. Wie haltet Ihr's mit dem Nachschauen, bevor man das Nachsehen hat? Huch, ich bin in Kalauerlaune. Oder ist das schon ein Schlaganfall? Mal checken! Ich kenne Arztmuffel, die nur gehen, wenn' zwickt. Und andere, die von Hirn bis Zeh scheckheftgefplegt sind. Ich glaube mittlerweile: Ich brauche eine andere Haltung: Ein paar Routine-Checks sind wichtig. Für die gute Gesamtkonstitution muss man selbst sorgen. Der Rest ist Glück - und Gelassenheit. Da ist bei mir noch Luft nach oben. Und dieses Buch hilft enorm dabei:

Überhaupt ist im Februar noch verdammt viel Luft nach oben. Der Monat ist wie die Vorpubertät: Nervig, aber dafür kurz. Auf geht's 2025 - Jetzt haben wir zwei uns warmgelaufen und lange genug aus zugigen Caféfenstern skeptisch in den Schnee geglotzt. Jetzt darf's mal wieder warm und bunt und lustig werden.
Ich wünsche Euch einen fun-tastischen (Mom-Joke) Frühling!
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